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  1. #1
    gelöscht
    Gast

    Herzlich Willkommen, in unserer schönen Welt.

    Gläserne Arbeitslose"Post soll BA-Briefe öffnen

    Briefe und Akten von Arbeitslosen sollen künftig im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit von der Post geöffnet, elektronisch erfasst und an die BA weitergeleitet werden. Das Erwerbslosenforum warnt vor einem "gläsernen Arbeitslosen". Das Arbeitsministerium kann keinen "Datenskandal" erkennen.

    Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will künftig eingehende Briefe und Papierakten von der Deutschen Post einscannen lassen. Die Digitalisierung soll Arbeitsprozesse in der Behörde vereinfachen und beschleunigen. Das Erwerbslosen Forum Deutschland sieht dagegen den Datenschutz außer Kraft gesetzt. Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar ist zwar grundsätzlich einverstanden mit den Plänen, fordert aber Klarstellungen.

    Das Projekt "Elektronische Akte" (eAkte) soll vom 1. Oktober an zunächst in Sachsen-Anhalt und Thüringen erprobt werden, sagte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Nach seinen Worten geht es um 35 Millionen Akten der Arbeitslosenversicherung und der für das Kindergeld zuständigen Familienkassen. Speziell geschulte Mitarbeiter der Post in Halle und Berlin sollen die Briefe von Arbeitslosen öffnen, elektronisch erfassen und per Datenleitung an die Bundesagentur schicken.
    Datensicherheit "absolut gewährleistet"

    Alle Post-Mitarbeiter sollen zur Geheimhaltung verpflichtet werden und in abgeschotteten Hochsicherheitszentren arbeiten. Die Kundendaten und die eingehende Post werden den Plänen zufolge in gesicherten und verplombten Transportzentren angeliefert. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. "Der Datenschutz ist gewährleistet", sagte Becker.

    Ähnlich äußerte sich das Arbeitsministerium. Das Projekt sei mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten "und allen anderen relevanten Stellen" abgestimmt, sagte ein Sprecher. Die Datensicherheit sei bei dem Projekt "absolut gewährleistet". Es gehe "um eine sichere Vereinfachung und Modernisierung der Verwaltungsabläufe".
    Stopp des Projekts gefordert

    Aus Sicht des Erwerbslosen Forums Deutschland droht dagegen der "gläserne Arbeitslose". Der Schutz vor Missbrauch sei bei diesem Verfahren nicht gewährleistet, betonte Sprecher Martin Behrsing. "Es ist nicht auszuschließen, dass mit den Daten Schindluder getrieben wird." Er sei über diese Vorgehensweise entsetzt und forderte einen sofortigen Stopp des Projekts. Auch schloss er rechtliche Schritte dagegen nicht aus.

    Der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar sagte dem Sender "hr iNFO", grundsätzlich sei es in Ordnung, wenn die Bundesagentur Briefe von Arbeitslosen durch die Post öffnen und einscannen lasse. Allerdings müsste noch einmal klargestellt werden, welche technischen Sicherungen vorgesehen seien. Schaar erwartet von Post und Bundesagentur unter anderem eine Antwort auf die Frage, was mit den originalen Briefen geschieht.

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    Geändert von gelöscht (27.06.2010 um 06:37 Uhr)

  2. #2
    gelöscht
    Gast

    Elfjähriger mit ******kugeln im Mund gefasst

    In Berlin-Charlottenburg haben Polizisten einen Elfjährigen beim Handeln mit ****** erwischt. Der aus einer Jugendeinrichtung entwischte Junge war den Beamten bei einer Kontrolle auf einem U-Bahnhof aufgefallen.

    Berlin - Wie ein Polizeisprecher am Samstag mitteilte, überprüften die Polizisten am Freitagabend im U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz die Personalien des Elfjährigen, als sie in seinem Mund mehrere sogenannte Szenekügelchen ****** bemerkten. Sie forderten den Jungen auf, die Drogen herauszugeben, was dieser auch tat. Woher das Rauschgift stammt, ist bisher nicht bekannt.

    Die Beamten untersuchten den Jungen und stellten ein Handy und Bargeld sicher. Das Kind stammt den Behörden zufolge aus einer Zuwandererfamilie und war vor Kurzem aus einer Brandenburger Jugendeinrichtung verschwunden. Nach ihm wurde bereits gefahndet. Die Beamten übergaben den Jungen dem Kindernotdienst.

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  3. #3
    gelöscht
    Gast

    Jede zehnte Firma missachtet den Mindestlohn

    Berlin - Jeder zehnte überprüfte Arbeitgeber am Bau und in der Gebäudereinigung hat im vergangenen Jahr gegen die Mindestlohnregelung verstoßen. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Nach den Zahlen des Ministeriums wurden mehr als 14 000 Arbeitgeber in der Bauwirtschaft überprüft, gegen 1445 wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Unter den Gebäudereinigern verstießen 203 von rund 2100 Arbeitgebern gegen die Mindestlohn-Regelungen.

    Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigte schärfere Kontrollen an: "Wenn wir gemeinsame Regeln verabredet haben, dann müssen diese Regeln auch eingehalten werden", sagte die CDU-Politikerin. "Es muss dann auch konsequenter kontrolliert und geahndet werden, wenn Regeln nicht eingehalten werden." Schärfere Sanktionen erwägt die Ministerin dagegen nicht. "Das Problem liegt eher in der Frage, diejenigen zu finden, die die Mindestlöhne unterlaufen", sagte sie. Die Zahlen zeigten, dass Mindestlöhne "punktuell" unterlaufen würden.

    Die Gewerkschaft IG Bau klagte dagegen, das Unterlaufen von Mindestlöhnen habe Prinzip. "Wenn die Mindestlöhne effizient überwacht werden sollen, führt an zusätzlichem Personal beim Zoll kein Weg vorbei", sagte IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls ist mit 6400 Mitarbeitern für die Überwachung der korrekten Bezahlung und die Suche nach Schwarzarbeitern und illegal Beschäftigten zuständig. Wiesehügel forderte 4800 zusätzliche Kontrolleure. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die verbindlichen Branchenmindestlöhne in Deutschland zum wirkungslosen Papiertiger verkommen würden. Die Mehrkosten beim Personal könnten durch die zu erwartenden Zusatzeinnahmen bei den Bußgeldern kompensiert werden.

    Eine deutliche Aufstockung der Kontrolleure forderte auch die grüne Sozialpolitikerin Beate Müller-Gemmeke, die die Anfrage gestellt hatte. Viele Mindestlohn-Branchen würden offenbar noch gar nicht kontrolliert. Sie rief die Bundesregierung auf, mehr Augenmerk auf die Durchsetzung der beschlossenen Mindestlöhne zu legen. Der Staat habe den Beschäftigten gegenüber auch eine Schutzfunktion. Aus Unwissenheit und auch aus Angst um den Arbeitsplatz verzichteten viele Menschen auf den ihnen zustehenden Lohn. "Wenn ich aufmucke, fliege ich raus" - diese Furcht sei gerade im Niedriglohnsektor weit verbreitet, meinte die Grünen-Politikerin.

    Nach Angaben des Ministeriums arbeiten in den Branchen mit Mindestlohn rund 2,1 Millionen Menschen, die meisten davon am Bau (700 000) und als Gebäudereiniger (800 000). Am 1. August wird die Pflegebranche mit weiteren 800 000 Beschäftigten hinzukommen. Ministerin von der Leyen strebt auch für die Zeitarbeit eine gesetzliche Lohnuntergrenze an. In der rasch wachsenden Zeitarbeitsbranche gab es 2009 rund 650 000 Beschäftigte.

    IG-Bau Chef Wiesehügel sagte, die Zahl der Branchen, in denen ein Mindestlohn vereinbart worden sei, habe sich seit 2005 verdoppelt. Die Zahl der Kontrolleure sei dagegen nahezu gleich geblieben. Neben der Mindestlohn-Kontrolle fordere insbesondere auch die Bekämpfung von illegaler Beschäftigung und organisierter Schwarzarbeit einen hohen Personaleinsatz. Allein damit habe die FKS auf den mehr als 60 000 Baustellen in Deutschland schon alle Hände voll zutun. Dazu kämen noch Branchen wie die Gebäudereinigung und die Pflege, bei denen die Überwachung von Lohnuntergrenzen extrem zeit- und personalintensiv sei. Allein im Reinigungsgewerbe würden täglich bis zu vier Millionen Objekte geputzt.

    Auch die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) forderte erneut zusätzliche Ermittler beim Zoll. "Wenn die Bundesregierung tatsächlich wirksame Kontrollen für die Einhaltung der Mindestlöhne garantieren will und sie nicht nur als politisches Feigenblatt betrachtet, muss sie das erforderliche Personal zur Verfügung stellen", erklärte BDZ-Chef Klaus Leprich.

    Das Bundesfinanzministerium wies die Forderung der Gewerkschaft zurück. "Ich habe keine Erkenntnisse, dass die Prüfungen lückenhaft wären", sagte ein Sprecher. Klagen über eine personelle Unterbesetzung seien aus vielen Bereichen der öffentlichen Verwaltung zu hören.

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  4. #4
    gelöscht
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    Jeder sechste Deutsche hat Alkoholprobleme

    Köln. In Deutschland haben 9,5 Millionen Menschen Alkoholprobleme. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in Luxemburg am höchsten, in der Türkei am niedrigsten.

    Public Viewing hat Hochkonjunktur in Zeiten der Fußball-Weltmeisterschaft. Ein steter Begleiter ist dabei vielerorts der Alkohol. Er versüßt Siege und scheint Niederlagen erträglicher zu machen. Doch nicht nur während der WM hat das Suchtmittel Nummer eins unerwünschte Nebenwirkungen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) haben rund 9,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren ein Alkoholproblem. Das heißt, sie konsumieren an mehr als fünf Tagen pro Woche Mengen, die gesundheitliche Risiken bergen. Bei Männern sind das wissenschaftlichen Studien zufolge 24 Gramm reiner Alkohol (das entspricht zwei kleinen Gläsern Bier), bei Frauen die Hälfte, bei Jugendlichen noch weniger.

    Als alkoholabhängig gelten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit 76 Millionen Menschen. In Deutschland sind es rund 1,3 Millionen. BZGA-Pressereferentin Julia Jakob: "Hierzulande konnten wir in den vergangenen Jahren keine signifikanten Veränderungen feststellen." Weder nach unten noch nach oben, ergänzt sie. Von einem Trend könne und wolle sie nicht sprechen. Denn die Zahlen beruhten zum großen Teil auf - wissenschaftlichen - Schätzungen.

    Mit ihrem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von zwölf Litern Reinalkohol liegt die Biernation Deutschland indes im Mittelfeld. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 15,6 Litern. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) liegt das vor allem daran, dass ein großer Teil der Alkoholmengen von Gebietsfremden gekauft wird. Auf Platz zwei und drei folgen Irland und Ungarn mit je 14 Liter. Bemerkenswert: 1980 hatten die Iren laut OECD noch 40 Prozent weniger Alkohol getrunken als 2007, die Deutschen knapp ein Drittel mehr. Am wenigsten Alkohol trinken heute die Türken, Mexikaner, Norweger und Schweden.

    Anlässlich des morgigen Weltdrogentages weist die BZGA auf die möglichen Folgen eines intensiven Konsums des gesellschaftlich weithin akzeptierten Suchtmittels Alkohol hin: Leberzirrhose, Gehirnschädigungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Herzmuskel- und Krebserkrankungen. Die dadurch hervorgerufenen volkswirtschaftlichen Kosten beziffert BZGA-Direktorin Elisabeth Pott auf 24 Milliarden Euro - pro Jahr. 74 000 Menschen würden jährlich an den Folgen ihres Alkoholkonsums sterben.

    Auch was Jugendliche angeht, sieht die BZGA keine Anzeichen für Entwarnung. Zwar bleibe die konsumierte Alkoholmenge relativ konstant. Anders verhalte es sich aber beim "Rauschtrinken": Jeder Fünfte in der Gruppe der 12- bis 17-Jährigen trinke bei einer Gelegenheit in einem Monat mehr als fünf Gläser Alkohol. Für die BZGA sind diese Zahlen Anlass genug, Jugendliche und Erwachsene weiterhin über die gesundheitlichen Folgen zu informieren und aufzuklären. Denn gesetzliche Maßnahmen wie Werbe- und Verkaufsbeschränkungen alleine greifen zu kurz, meint Jakob.

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  5. #5
    gelöscht
    Gast

    Was uns wirklich krank macht

    Der permanente Aufmerksamkeitsdruck verändert die Psyche des Menschen. Doch nicht die Technologie ist das Problem, sondern die Kombination von Informations- und Konkurrenzdruck. Wir müssen wieder Herren unserer Zeit werden.


    Die Informationsüberflutung beschäftigt uns schon eine ganze Weile. Bereits in den sechziger Jahren haben Marshall McLuhan und Herbert Simon dieses Phänomen studiert. Erst war es das unübersehbare Angebot an Fernsehkanälen und Büchern, später die gigantische Speicherkapazität, die für Aufmerksamkeitsstörungen sorgte, doch die Symptome waren immer gleich: Man fühlt sich überfordert und verarbeitet die eingehenden Informationen nicht mehr, bis das System irgendwann zusammenbricht. Inzwischen sind Milliarden mit der Datenexplosion konfrontiert, ständig online und auf immer kleineren Displays im Netz unterwegs. Wenn täglich Hunderte von Mails gelesen und beantwortet werden müssen, kann von einer „Tyrannei der kleinen Entscheidungen“ längst keine Rede mehr sein. Es ist viel schlimmer.

    Kürzlich sprach ich in Bologna mit dem italienischen Medientheoretiker Franco „Bifo“ Berardi. Er gehörte mit Antonio Negri, Paolo Virno und anderen in den siebziger Jahren zur italienischen Autonomenbewegung, gründete den Piratensender „Radio Alice“ und das Webforum „Rekombinant“. Der Sechzigjährige, der an einer Mailänder Kunstakademie unterrichtet, hat einen scharfen Blick für die „prekären“ Arbeitsverhältnisse von heute. Überlastung, Kurzarbeit, Antidepressiva, Blackberrys und Kreditkartenschulden werden zunehmend Thema theoretischer Debatten.

    Von Repression zu hyperaktiver Selbstdarstellung


    Berardis Arbeiten liegen seit kurzem auf Englisch, aber noch nicht auf Deutsch vor. In „The Soul of Work“ (2009) beschreibt er die Entwicklung der letzten dreißig, vierzig Jahre – von Entfremdung zu Autonomie, von Repression zu hyperaktiver Selbstdarstellung, von den Hoffnungen und Wünschen eines schizophrenen Aktivismus zur diffusen, wenn nicht depressiven Subjektivität der Generation Web 2.0.

    In seiner Aufsatzsammlung „Precarious Rhapsody“ (2009) schreibt Berardi: „Der Cyberspace ist theoretisch unendlich, die Cyberzeit ist es nicht. Als Cyberzeit bezeichne ich die Fähigkeit des bewussten Organismus, Informationen (aus dem Cyberspace) zu verarbeiten.“ Flexibilität in der Netzökonomie hat zu einer Fragmentierung der Arbeit geführt, zu befristeter Zeitarbeit. Uns allen ist diese Fragmentierung der Arbeitszeit bekannt. „Psychopathische Störungen“, schreibt Berardi, „treten heutzutage immer klarer als soziale Epidemie auf, genauer als soziokommunikative Epidemie.

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  6. #6
    gelöscht
    Gast

    Warnung an Iran und Nordkorea Auf mehr können sich die G-8-Staaten nicht einigen

    Mit Russland klappen G-8-Gipfel inzwischen richtig gut. Präsident Dmitri Medwedjew hat sich das lockere Hin-und-Her, die vom Prestigedenken befreite Bewertung eigener und anderer Positionen anscheinend zu eigen macht. Wegen solcher Gespräche mit Medwedjew oder Obama war Bundeskanzlerin Angela Merkel in die kanadische Waldlandschaft gekommen, und in dieser Hinsicht hat sich die Reise gelohnt. Das lassen Andeutungen erahnen, und das ist ein beträchtlicher Erfolg des ansonsten so ergebnisarmen Treffens.

    Die G-8-Staaten verurteilten immerhin Nordkorea für den Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff. "Der Angriff gefährdet Frieden und Sicherheit in der Region", hieß es in der Abschlusserklärung des G-8-Gipfels im kanadischen Huntsville. Eine internationale Untersuchungskommission kam zu dem Schluss, dass Nordkorea hinter dem Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff am 26. März steht. 46 Besatzungsmitglieder waren getötet worden. Nordkorea will nichts damit zu tun zu haben. Nordkorea und der Iran wurde erneut aufgefordert, ihre Atomprogramme einzustellen. Die G-8-Staaten wollen durchsetzen, dass Unternehmen aus ihren Ländern nicht mehr in Iran arbeiten.

    Der Streit zwischen USA und Deutschland, ob eine schuldenfinanzierte Konjunkturankurbelung oder der Abbau von Ungleichgewichten im Haushalt und bei Sozialsystemen der beste Weg aus der Wirtschaftskrise sei, scheint weitgehend beigelegt zu sein. Man hat sich darauf geeinigt, keinen Weg auf Kosten anderer Teilnehmer zu forcieren. Die Wirtschaftspolitik ist in die Gruppe der zwanzig führenden Wirtschaftsnationen (G 20) abgewandert, die bis heute abend in Toronto tagt und der Länder wie Brasilien, Indien, Südkorea und China angehören. Ein Anliegen Merkels war es, herauszufinden, ob es dort jetzt schon die Chance für eine weltweite Finanzmarktsteuer gibt. Merkel hat eine Antwort bekommen: Die Chance gibt es nicht. China und Indien weigern sich im Bunde mit G-8-Staaten wie Japan und Kanada, ihren Finanzstandort zu belasten. Kanada organisierte in der G-20 den Widerstand gegen die Steuer. Dann eben erst einmal eine Steuer nur in Europa.

    Die G-8-Staaten werden das UN-Programm gegen Mütter- und Kindersterblichkeit mit noch einmal fünf Milliarden Dollar zusätzlich unterstützen, wovon Deutschland 503 Millionen Dollar tragen wird. Das ist weniger als erwartet, dafür aber ist dies ein verlässlicher Posten - im Gegensatz zu den Versprechungen des G-8-Gipfels 2005, die Afrikahilfe um jährlich 25 Milliarden Dollar zu steigern, die nie eingelöst worden sind. Die Zeit großer Versprechen ist eben vorbei.

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    Geändert von gelöscht (27.06.2010 um 07:44 Uhr)

  7. #7
    gelöscht
    Gast

    Türkei wendet Antiterrorgesetz bei Minderjährigen an

    Amnesty International prangert das türkische Antiterrorgesetz an. Danach dürfen Kinder bei Demonstrationen niedergeprügelt und verurteilt werden.

    Die Menschenrechtsorganisation amnesty international hat die türkischen Antiterrorgesetze scharf verurteilt, auf deren Grundlage immer wieder Kinder misshandelt und ins Gefängnis gesteckt würden. „Mit der rigorosen Anwendung der Antiterrorgesetze verletzt die Türkei systematisch die Kinderrechte“, erklärte Amke Dietert, Türkei-Expertin der deutschen Sektion von amnesty, am Donnerstag. Die Türkei müsse die Antiterrorgesetze dringend ändern und dabei die Rechte der Kinder wirksam schützen, forderte sie. Dazu sei sie nach nationalem wie internationalem Recht verpflichtet.

    In einem veröffentlichten ai-Bericht wird geschildert, wie Kinder bei Demonstrationen in der Türkei mit Schlagstöcken niedergeprügelt, verhaftet, mit Erwachsenen in eine Zelle gesperrt und schließlich wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ zu hohen Haftstrafen verurteilt werden. Auf Polizeiwachen würden Kinder ohne Anwalt oder Sozialarbeiter verhört und zu belastenden Aussagen gezwungen. Diese würden später vor Gericht als Beweismittel verwendet. Die meisten Verfahren enden mit oftmals mehrjährigen Haftstrafen, auch für Zwölfjährige, wie es in dem Bericht weiter heißt.

    Seit 2006 wurden laut ai in der Türkei Tausende von Kindern allein wegen der Teilnahme an Demonstrationen in den kurdischen Gebieten verhaftet, zu denen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) aufgerufen haben soll. Nach den türkischen Antiterrorgesetzen könnten Teilnehmer solcher Demonstrationen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation angeklagt werden – und zwar ausdrücklich ohne tatsächlich Mitglied zu sein, erklärte amnesty. „Kinder können diese politischen Zusammenhänge oft nicht einschätzen, wenn sie zu einer Demonstration gehen“, betonte Dietert. Trotzdem würden sie vor Gerichten wie Erwachsene abgeurteilt.
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  8. #8
    gelöscht
    Gast

    So viele Menschen wurden 2009 hingerichtet

    Die Menschenrechtsorganisation hat ihre Statistik zu vollstreckten Todesurteilen weltweit vorgelegt. Demnach wurden im Jahr 2009 mindestens 714 Menschen hingerichtet. Erstmals werden keine Zahlen zu China aufgeführt, um gegen die Informationspolitik Pekings zu protestieren. ??

    Die meisten Hinrichtungen gab es in China – genaue Zahlen wurden nicht bekannt gegeben.

  9. #9
    gelöscht
    Gast

    Guantanamo-Schließung erst nach 2013

    Es war eines der wichtigsten Projekte von US-Präsident Obama: die schnelle Schließung des Lagers Guantanamo. Doch daraus wird nichts.

    Die von US-Präsident Barack Obama angestrebte Schließung des umstrittenen Gefangenlagers Guantanamo zögert sich einem Medienbericht zufolge immer weiter hinaus. Angesichts starker Opposition in den USA gegen das Vorhaben und veränderter politischer Prioritäten sei es unwahrscheinlich, dass das Lager auf Kuba noch vor Ende von Obamas Amtszeit 2013 geschlossen werde, berichtete die „New York Times“.

    Die Zeitung beruft sich auf Aussagen mehrerer Senatoren, denen zufolge die US-Regierung wenig dafür tue, die Widerstände gegen eine Schließung zu überwinden. „Es herrscht da eine große Trägheit“, sagte der Demokrat Carl Levin, Vorsitzender im Verteidigungsausschuss des US-Senats.


    Ein Relikt der Ära George Bush

    Das Gefängnis, in dem Terrorverdächtige vor allem aus Afghanistan und Pakistan jahrelang ohne Gerichtsverfahren inhaftiert wurden, gilt vor allem in der muslimischen Welt als Symbol für eine fehlgeleitete Politik der Bush-Regierung.

    Obama hatte in seinem Wahlkampf angekündigt, das Lager schnell zu schließen. Als Termin dafür hatte er zunächst den Januar 2010 genannt. Die Regierung plant den Kauf eines Hochsicherheitsgefängnisses im US-Staat Illinois, um die Insassen dort unterzubringen. Medien zufolge fehlt aber das Geld für den Erwerb der Haftanstalt.

    Dem Bericht zufolge beteuert das Weiße Haus, das Guantanamo-Ende weiter in dieser Amtszeit auf der Agenda zu haben. Die Schließung sei für die Sicherheitsstrategie der USA unumgänglich, sagte Sprecher Ben LaBolt. Noch Ende Mai habe der Nationale Sicherheitsberater James Jones das Repräsentantenhaus in einem Brief aufgefordert, sich der Sache wieder verstärkt zu widmen.

    „Der Präsident kann nicht einfach mit einem Zauberstab wedeln, um das Lager zu schließen“, zitiert die Zeitung einen hohen Regierungsbeamten. Zurzeit sind noch knapp 200 Menschen in dem Lager inhaftiert. Nur wenige Staaten sind bereit, Häftlinge aufzunehmen. Auch in Deutschland ziehen nur wenige Bundesländer die Aufnahme ehemaliger Guantanamo-Häftlinge in Betracht.


  10. #10
    gelöscht
    Gast

    Helfer befürchten Seuchenausbruch in Kirgistan

    Über 100.000 Kirgisen sind wegen der Kämpfe nach Usbeskistan geflüchtet. Nun drohen Krankheiten in überfüllten Lagern.
    Nach den blutigen Unruhen in Südkirgistan warnen Helfer vor der Gefahr von Seuchen in den Flüchtlingslagern entlang der Grenze zwischen Usbekistan und Kirgistan. „Die Lager sind überfüllt“, sagte Andreas Bründer von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF). Bislang sind nach Schätzungen 100.000 Menschen wegen der Kämpfe zwischen Kirgisen und Usbeken ins benachbarte Usbekistan geflüchtet. „Und noch viel mehr Menschen wollen über die Grenze“, sagte der MSF-Landeskoordinator für Usbekistan. Wasser und sanitäre Anlagen reichten vermutlich schon bald nicht mehr aus.

    Insgesamt sind nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 400.000 Vertriebene auf der Flucht. „Die Menschen sind stark traumatisiert“, sagte der aus Hamburg stammende Bründer. „Sie erzählen schlimme Geschichten.“ Viele Flüchtlinge hätten Verletzungen von Macheten oder seien vergewaltigt worden. Psychologen und Gesprächstherapeuten versuchten, den Menschen zu helfen.

    Ausgebrochen sind Seuchen bislang noch nicht. Es gebe jedoch vereinzelt Berichte über Durchfallerkrankungen, sagte Bründer. „Der Impfstatus vieler Kinder ist nicht bekannt.“ Erst vor wenigen Wochen war im benachbarten Tadschikistan die Kinderlähmung (Polio) ausgebrochen. Die Flüchtlinge in den derzeit 46 Auffanglagern in Usbekistan sind Temperaturen von mehr als 40 Grad ausgesetzt.



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